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Wandelbare Finanzierungslösung Zum Seitenanfang

Während Wandelanleihen im angelsächsischen Raum zu den gängigsten Finanzierungsinstrumenten zählen, fristen sie hierzulande eher ein Schattendasein und sind bestenfalls Finanzexperten bekannt...  

Erfolgreiche Platzierung
"In der Tat spielen Wandelanleihen zur Finanzierung von Unternehmen in Frühphasen in Deutschland so gut wie keine Rolle.  Mir sind nur 4 Unternehmen bekannt, die vor einem IPO eine Finanzierung über Wandelanleihen realisiert haben", erklärt Gerd Rückel, Leiter Kommunikation der LensWista AG, die im Dezember 2006 eine Wandelanleihe im Volumen von 5 Mio. Euro platziert hat. Der aktuelle Kurs der Anleihe, die im Freiverkehr der Frankfurter Börse gehandelt wird, liegt bei 103 Euro. Die erfolgreiche Platzierung bildet das finanzielle Fundament für eine Geschäftsidee mit Weitblick: LensWista will eine im Niederdruckplasma-Verfahren beschichtete Silikonlinse auf den Markt bringen, die drei Monate ununterbrochen getragen werden kann. Eine Innovation auf dem Kontaktlinsenmarkt, die gegenüber herkömmlichen Linsen entscheidende Vorteile bietet. So ist die Entwicklung made by LensWista nicht nur hochsauerstoffdurchlässig, ablagerungsresistent und extrem gut verträglich, sie erspart auch teure Pflegemittel.

       

Passgenaue Frühphasenfinanzierung
"Die Wandelanleihe war in dieser Unternehmensphase genau das richtige Finanzierungsinstrument. Ein Börsengang kam noch nicht in Frage, weil wir noch keine Umsätze hatten und die VC- Angebote hatten so schlechte Konditionen, dass diese Möglichkeit auch ausschied", schildert Gerd Rückel die Überlegungen im Vorfeld. Durch seinen beruflichen Background als Wertpapierspezialist bei der Dresdner Bank und Finanzjournalist beim Platow- Brief kannte er nicht nur die Vorteile einer Wandelanleihe, sondern auch die entsprechenden Experten, die sich mit dieser Finanzierungsform auskennen. Forciert wurde die Entscheidung für die Platzierung der Wandelanleihe durch den Ausstieg des Industriepartners Bayer Industry Services (BIS), ein Tochterunternehmen der Bayer AG, im Sommer 2006. BIS hatte sich entschlossen, im Rahmen der Chemie StartUp-Initiative keine Direktbeteiligungen mehr einzugehen bzw. bestehende zu veräußern.

Lohnender Aufwand
"Die Platzierung einer börsennotierten Wandelanleihe ist komplex und zeitintensiv, aber der Aufwand lohnt sich", macht Gerd Rückel deutlich. Theoretisch steht dieses Finanzierungsinstrument nahezu jedem Unternehmen offen, doch der Weg dahin ist steinig: GmbHs müssen zunächst in eine AG umgewandelt und die Bilanz muss zuvor von einem Wirtschaftsprüfer testiert werden.  Erst wenn die gesellschaftsrechtliche Struktur steht, können die Emissionsbanken die Kontakte zu den institutionellen Anlegern herstellen. Für junge Unternehmen mit entsprechendem Kapitalbedarf ist die Ausgabe von Wandelanleihen möglicherweise eine interessante Finanzierungsalternative.  Die Idee dabei ist, dass aus Fremdkapital, welches zu verzinsen ist, durch Wandlung in Aktien schnell Eigenkapital wird.  Voraussetzung dafür ist, dass sich in absehbarer Zeit ein IPO an die Platzierung der Anleihe anschließt.





Attraktive Anlage
"Für Anleger sind Wandelanleihen deshalb attraktiv, weil bis zur Wandlung in eine fungible Aktie eine feste Verzinsung gezahlt wird, während es bei der Direktbeteiligung an einem StartUp-Unternehmen keine Zinsen (oder Dividenden) gibt", skizziert Gerd Rückel die Vorteile aus Anlegersicht. So sind die Wandelanleihen der LensWista AG bei einer Laufzeit von 5 Jahren mit 8 Prozent verzinst. Drei Monate nach einem Börsengang hätten Anleger dann die Möglichkeit, ihre Anleihen in Unternehmensaktien umzuwandeln. Ein weiterer Vorteil der Wandelanleihe aus Investorensicht ist: Sollte der unwahrscheinliche Fall einer Insolvenz eintreten, werden die Besitzer einer Wandelanleihe vor den Aktionären bedient. Als besondere Sicherheitsmaßnahme wurden die Zinszahlungen für die kommenden 2 Jahre auf einem Treuhandkonto hinterlegt.

Adlershofer Firmenzentrale 
"Ein Großteil des Geldes fließt in die Zertifizierung und Zulassung der Linsen, in den Aufbau der Produktion und des Vertriebsnetzes sowie in den Ausbau der internen Strukturen", erläutert Gerd Rückel die geplanten Investitionen. Bislang sind die LensWista- Mitarbeiter auf zwei Standorte verteilt. Die Forschung und Entwicklung  befindet sich im Forschungs- und Technologiepark Adlershof, die Produktion aufgrund der früheren Partnerschaft mit der Bayer AG im Chemiepark Leverkusen. Um die dadurch entstehenden Kosten sowie Zeit- und Reibungsverluste zu minimieren, hat der Vorstand beschlossen, beide Unternehmensbereiche am Standort Berlin zu vereinen. Positiv dürften sich dabei auch die möglichen Fördermittel und Personalkostenzuschüsse, die das Land Berlin bietet, ausgewirkt haben. Obwohl die Berliner Ansiedlungs- und Förderpolitik häufig in der Kritik steht, scheint sie in diesem speziellen Fall gegenüber Nordrhein-Westfalen die deutlich besseren Karten gehabt zu haben. Als besonders positiv bewertete LensWista die tatkräftige Unterstützung der BerlinPartner GmbH. 

Schrittweise Markteroberung
"Da die Zertifizierungs- und Zulassungsprüfungen für Dauertragelinsen recht kompliziert und zeitintensiv sind, werden wir unsere neuartigen Kontaktlinsen in drei Etappen auf den Markt bringen: zuerst als Dreimonatstauschlinse, dann als Monatsdauerlinse und anschließend als Dreimonatsdauerlinse", schildert Gerd Rückel die Marktstrategie. Die Zwischenschritte sind nötig, um den Zertifizierungs- und Zulassungsbehörden - aber natürlich auch den potenziellen Kunden - zu zeigen, dass die innovative Linsengeneration wie erhofft funktioniert. Zudem kann man durch die geringeren Hürden für Tauschlinsen wesentlich schneller am Markt präsent sein. Nachdem die Testreihen mit Versuchstieren positiv abgeschlossen wurden, werden sich nach erfolgter Zertifizierung freiwillige Probandenstudien anschließen.

       

Innovative Folgeprodukte 
"Der Kontaktlinsenmarkt in Deutschland wird derzeit von drei großen Anbietern beherrscht. So gesehen sind wir der David, der es mit Goliath aufnimmt. Dass man sich mit einem überzeugenden Produkt und der richtigen Strategie auch als kleines Unternehmen erfolgreich am Markt behaupten kann, hat die Geschichte ja schon mehrfach bewiesen", macht Gerd Rückel deutlich. Zudem arbeitet LensWista bereits an weiteren Innovationen im Kontaktlinsenbereich: Dazu gehören u.a. Diabetiker- und Glaukomlinsen. Gerade bei Glaukomen ("Grüner Star") existiert ein riesiges Marktpotenzial. So ist das Glaukom die zweithäufigste Ursache für Erblindungen in Europa. Laut WHO sind in Deutschland 1 Mio. Bundesbürger betroffen, zudem liegt die geschätzte Dunkelziffer bei 1 Mio. bis 2. Mio. Erkrankungen. Die Glaukombehandlung erfolgt in der Regel medikamentös durch Tropfen. Nicht selten wird das Medikament aber falsch dosiert bzw. wieder aus dem Auge heraus gewaschen ("Wash-out-Effekt").

"Trotz des Aufwands konnten wir mit Hilfe der Wandelanleihe einen finanziellen Rahmen schaffen, der es uns ermöglicht, fertige Produkte am Markt einzuführen und weitere innovative Produktentwicklungen voranzutreiben", betont Gerd Rückel. "Unsere mit dieser Finanzierungs- form gemachten Erfahrungen geben wir übrigens gern an andere junge Unternehmen weiter."

Kontakt: LensWista AG
             Gerd Rückel 
             Tel.: 0151-188 399 85 
             E-Mail:
g.rueckel@lenswista.de 
            
www.lenswista.de


 


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