Um zu ihrem Arbeitsplätzen zu gelangen, brauchen die Mitarbeiter der Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau seit Oktober 2009 nur noch Fingerspitzengefühl: Der Zugang zur Hauptgeschäftsstelle wird seitdem durch ein Finger-Identifikations-System von der Adlershofer Ident Technologies GmbH kontrolliert.
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Zugangskontrolle für 800 Personen
Die Zentrale der Sparkasse im Herzen von Aschaffenburg ist historisch gewachsen: Insgesamt gruppieren sich um das Hauptgebäude sechs weitere. Bei diesem Gebäudekomplex ist eine Vielzahl von Türen zu sichern. Vor etwa 20 Jahren wurde dafür ein Transponderkarten-System installiert. Da der Hersteller das System jedoch nicht mehr mit Ersatzteilen unterstützte, suchte die Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau eine nachhaltige Alternative. "Biometrische Lösungen setzen wir bereits seit 2001 zur Sicherung von Auszahlprozessen in Kleinfilialen ein und sind damit sehr zufrieden", berichtet Steffen Verfürth, der in der EDV-Organisation der Sparkasse auch die elektronische Türsicherung verantwortet. "Deshalb richtete sich unser Interesse auch bei der Suche nach einer Lösung für die Hauptgeschäftsstelle in Richtung Biometrie." Auf der Fachmesse Security 2008 fand dann Verfürths erster Kontakt zu Ident Technologies statt. Da das System in der Lage sein sollte, je zwei Fingerabdrücke von 600 bis 800 Personen zu verwalten, entschied sich die Sparkasse Achafenburg-Alzenau für die Ident Technologies GmbH, da diese die Anforderung von allen Anbietern am besten erfüllte.
Einbindung ins Firmennetzwerk
Nach einer intensiven Konzeptionsphase entschied sich die Sparkasse für den Fingerabdruck-Sensor smartFIS-V. Das Gerät nimmt sowohl die Identifikation wie auch Verifikation der Fingerabdrücke in nur einem Gerät vor. Dank Onboard-TCP/IP kann es direkt an das Datennetzwerk des Geldinstituts angeschlossen werden. "In Deutschland gibt es nur zwei Anbieter, die ähnliche Identifikationssysteme entwickeln. Aber unser System ist als einziges netzwerkfähig", beschreibt Dörte Waldöstl, Geschäftsführerin der Ident Technologies GmbH, die Vorteile des Systems. Alle Außenstellen, die an das Netzwerk angeschlossen sind, können zentral von einem PC aus verwaltet werden. Für die Sparkassenzentrale ein besonderer Vorteil: Zwar liegen die sieben Häuser in unterschiedlichen Straßenzügen, seit Einführung des PC-Netzwerks sind diese jedoch über Datenleitungen miteinander verbunden. Auf diese Infrastruktur konnte das Zutrittskontrollsystem problemlos aufsetzen. Lediglich zu den Türen mussten neue Datenkabel verlegt werden, je eines für den Türöffner und den Sensor.
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Sicherheit durch abnorme Profile
Im Juli 2009 bestellte die Sparkasse 32 Leser und 11 Ethernet-Relaismodule bei der Ident Technologies GmbH. Diese wurden bis Oktober 2009 montiert. Parallel dazu begann die Sparkasse, die Fingerabdrücke mit einem Lesegerät in die "FIS Admin Expert"-Software einzulernen. Im Gegensatz zu anderen Fingerprint-Lösungen erfasst das System nicht den ganzen Fingerabdruck, sondern nur die sogenannten Minutien. Es handelt sich dabei um winzige Abnormitäten an den Rillen der Fingerkuppen. Diese können z.B. einen außergewöhnlichen Verlauf haben, abrupt aufhören oder sich gabeln. Aus den Minutien lassen sich auch im Fall von Datendiebstahl keine kompletten Fingerabdrücke rekonstruieren. Das erhöht nicht nur die Sicherheit für das Unternehmen, sondern beruhigte auch die Mitarbeiter. Hierzu Steffen Verfürth: "Wir haben den Personalrat von Anfang an in das Projekt eingebunden und seine Zustimmung eingeholt. Darauf konnte ich in Gesprächen mit den Mitarbeitern verweisen. Datenschutzbedenken ließen sich dadurch schnell zerstreuen."
Schnelle und genaue Überprüfung
Mit einer Erkennungsquote von über 98 Prozent ist die von Ident Technologies entwickelte Lösung anderen Systemen deutlich überlegen. Die meisten Fingerprint-Systeme weisen eine deutlich geringe Erkennungsquote auf, da sie nicht in der Lage sind Abdrücke schlechter Qualität zuverlässig zu bestimmen. Diese Schwachpunkte gleicht das von Ident Technologies entwickelte System durch seine modulare Bauweise aus. Zunächst wird das Bild des Abdrucks verbessert, indem Ungenauigkeiten ausgeglichen und unterbrochene Linienverläufe rekonstruiert werden. In einem zweiten Schritt werden alle markanten Punkte ermittelt und in ihrer Richtung und Position bestimmt. Anschließend werden diese Merkmale codiert und als Datensatz gespeichert. Dieses mathematische Bild des Fingerabdrucks bildet die Basis zur Überprüfung weiterer Abdrücke. "Der mit Abstand schwierigste Teil unseres Systems war die Entwicklung eines entsprechenden Algorithmus, rund zwei Jahre haben wir daran getüftelt", berichtet Dörte Waldöstl. Zudem zeichnet sich das System durch eine enorme Schnelligkeit aus. So dauert die Speicherung des Fingerabdrucks nicht länger als eine halbe Sekunde, der Fingerabdruck- Vergleich nur wenige Millisekunden.
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Mitwachsendes System mit erweitertbaren Kapazitäten
Vor dem Auftrag der Sparkasse war das System von Ident Technologies standardmäßig auf ein Volumen von 500 Fingerabdrücken pro Leser ausgelegt. Das Anforderungsprofil des Geldinstituts gab den Anstoß zu einer Kapazitätserweiterung der Software. Ident Technologies nahm die erforderliche Programmierung während der Installationsphase vor. Die schon eingelernten Mitarbeiter erprobten in diesem Zeitraum die ersten installierten Geräte. Sofort nach Abschluss der Installation, im Oktober 2009, konnte das komplette System für alle Beschäftigten in Betrieb genommen werden. "Es gab überhaupt keine Probleme mit Ident Technologies - im Gegenteil", resümiert Steffen Verfürth die Zusammenarbeit. "Für uns war von vornherein klar, dass wir keine statische Lösungen wollen, sondern ein System, das mitwächst. Dazu braucht man eine engagierte Firma, die mitdenkt. Frau Waldöstl, die die Software programmiert, hat unsere Anpassungswünsche zum Teil über Nacht vorgenommen. Derzeit wollen wir aus Sicherheitsgründen für die Software noch einen zweiten, redundanten Server bereitstellen. Auch hierbei erfahren wir von Ident Technologies hervorragende Unterstützung."
www.identtechnologies.de
Text: Ariane Steffen