- Virtenio


Wireless, smart and clever Zum Seitenanfang

Industrielle Anlagen werden immer komplexer, weil sie mehr leisten müssen. Drähte und Kabel sorgen dafür, dass die einzelnen Komponenten gesteuert und aufeinander abgestimmt werden. Doch genau hier liegt ihr Schwachpunkt: Kabel und Drähte sind anfällig für Beschädigungen, benötigen Platz und stellen oft ein Gefahrenpotenzial dar. Eine überzeugende Alternative sind funkbasierte Lösungen. Sie sind flexibel, wartungsarm, wesentlich leichter und führen durch die Einsparung von Drähten und Kabeln zu deutlichen Kostenvorteilen...

Funkbasierte Miniaturcomputer
"Mit funkbasierten Lösungen wird vieles möglich, was mit kabelgebundenen Systemen bislang technisch und ökonomisch nicht möglich war", ist sich Thomas Henn, Mitgründer der Virtenio GmbH sicher. Das Spin-off der Technischen Universität Berlin entwickelt, produziert und vertreibt innovative Miniaturcomputer mit Funkkommunikation, die mit minimalem Energiebedarf Informationen sammeln, verarbeiten und weiterleiten. Diese Systeme können autark als eine Art Sonde oder im Netzwerkverbund arbeiten und damit neue Anwendungen schaffen. Für ihre zukunftsweisende Geschäftsidee, mit der komplexe Systeme einfacher und schneller programmiert sowie flexibler auf individuelle Kundenwünsche angepasst werden können, wurde die Virtenio GmbH mit dem 1. Preis des Businessplan-Wettbewerbs in der Kategori "BPWtechnology" Berlin-Brandenburg und einem Hauptpreis des Gründerwettbewerbs ITK innovativ vom BMWi und VDI/VDE-IT ausgezeichnet.

       

Optimale Gründungsvorbereitung
Das technische Know-how haben der Geschäftsführer Dr. Henri Kretschmer sowie seine ehemaligen Diplomanden Stefan Ziegler und Torsten Hüter aus ihrer Zeit an der Technischen Universität mit ins Unternehmen gebracht. Gemeinsam mit dem Betriebswirt Thomas Henn wurde aus der Idee ein Antrag für ein Exist-Stipendium und später ein Businessplan erarbeitet. Die Zusage zum Exist-Stipendium ebnete den Weg in die Gründerwerkstatt der TU, in dem das Gründer-Quartett die ersten unternehmerischen Schritte unternahm. Neben mietfreien Räumlichkeiten konnten die Gründer in spe eineinhalb Jahre die technische Infrastrutur nutzen, an Gründungsseminaren teilnehmen und bekamen Unterstützung vom TCC-Coach Uwe Struck.

Innovativer Ansatz

Das Alleinstellungsmerkmal der Miniaturcomputer von Virtenio, die auch als drahtlose Sensorknoten bezeichnet werden, besteht darin, dass Anwendungen in der besonders komfortablen Programmiersprache Java nutzbar gemacht werden können. Ermöglicht wird dies durch eine sogenannte virtuelle Maschine, eine Art zwischengelagerte Softwareschicht. Programme werden wie bisher am PC entwickelt, auf den Minicomputer geladen und in der virtuellen Maschine mit hoher Betriebssicherheit ausgeführt. Damit lässt sich die kundenspezifische Programmierung deutlich beschleunigen. "Ein weiterer Pluspunkt unserer Lösung ist der geringe Energiebedarf. Das System ist so intelligent, dass es Komponenten, die aktuell nicht gebraucht werden, automatisch abschaltet und so ein feingranuliertes Energiemanagement betreibt", beschreibt Thomas Henn einen weiteren Vorteil der Virtenio Technologie.

 

 

     

Bedarfsgerechtes Energiemanagement
Nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie wird das Thema Energieeffizienz in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen. Eine Erfassung von Verbrauchsdaten wird zunehmend weniger nur zur Abrechnung als vielmehr zur Optimierung von Heiz- und Kühlanlagen, Lichtquellen sowie technischen Geräten wichtig werden. Hier bietet die Technik von Virtenio die ideale Grundlage für intelligente Energiemanagementsysteme. Derzeit beschäftigt sich Virtenio auch mit Lösungen zur bedarfsgerechten Energieversorgung. "Durch die individuelle Steuerung und Regelung soll es in Zukunft möglich sein, Kunden zeitabhängige Tarife anzubieten. Der Strom ist dann in Spitzenlastzeiten teurer und in in Zeiten mit geringer Stromnachfrage günstiger", so Thomas Henn.

Kommunizierende Autos
Die Anwendungen der funkbasierten Lösungen von Virtenio sind vielfältig. Ein Blcik auf die Automobilindustrie zeigt, dass im Hinblick auf neuartige Informationssysteme längst noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Denkbar ist u.a., dass Autos im Straßenverkehr Informationen wie Staus, Baustellen, Unfälle und Blitzer miteinander austauschen. Durch eine Inter-Car-Kommunikation im Nahfeld sind viele Anwendungen möglich, die für alle Straßenteilnehmer mehr Sicherheit schaffen. "Drahlose Lösungen könnten Kabel im Fahrzeug ersetzen und so Gewicht sowie Kosten sparen", macht Thomas Henn deutlich.

 

 

 

 

Intelligenter Container
Gemeinsam mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen erarbeitet Virtenio zur Zeit in einem Verbundprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) innovative Lösungen für die Container-Logistik. Verschiedene Technologien wie RFID, Sensornetze und Softwareagenten werden in einem System verknüpft, um eine durchgehende Überwachung der Transportgebinde zu gewährleisten. Eine embedded Prozessor Plattform, die in den Container integriert ist, berechnet ein Modell zur Vorhersage von Qualitätsänderungen für jede Ware. Erkennt das System ein Qualitätsrisiko für die Ware wird der Produzent bzw. das Transportunternehmen sofort informiert und kann zeitnah entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. "Nehmen wir eine sensible Ware wie Bananen. Gibt während des Transportprozesses Probleme mit der Ware, wird der Importeur umgehend informiert. Er kann Nachbestellungen aufgeben bzw. die Ware anderen Käufern anbieten. So kommt es nicht erst beim Öffnen des Containers zu unangenehmen Überraschungen ", skizziert Thomas Henn die sich aus der Lösung ergebenden Möglichkeiten.

www.virtenio.de

Text: Ariane Steffen


 


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